emero.de

Fugenloses Bad:
5 Ideen mit & ohne (Wand-)Fliesen

Glatte Wand statt Gittermuster.

Alternativen zu "Fliese plus Fuge" sind gefragt, entweder fürs komplette Bad oder einzelne Teilbereiche.

Lesen Sie in unserem Ratgeber:

Zum Schluss zeigen wir 5 beliebte Alternativen für geflieste Bäder.

Legen wir los.


1. Fugenloses Bad - was ist das?

Fugenlose Bäder sind Bäder ohne Wand- und/oder Bodenfliesen.

An ihre Stelle treten Baustoffe, die großflächig verarbeitet werden, was Wänden und Böden eine glatte Oberfläche verleiht.

Möglich sind:

  • Putze, wie Mikrozement oder Kalkmarmorputz
  • Tapeten
  • Dekorplatten oder
  • Holzflächen.

Zugegeben, wer genau hinschaut wird in jedem Bad später Fugen finden.

Meist sind dies so genannte "Dehnungsfugen", die Spannungen in Wand- und Bodenbelägen ausgleichen und somit Risse verhindern. Man findet sie an den Rändern sowie an den Übergängen von Wand zum Boden.

Alles andere bleibt glatt.


2. Fugenloses Bad - Vorteile & Nachteile

Die Vorteile fugenloser Bäder...

Einer der wichtigsten Vorteile fugenloser Badezimmer gegenüber gefliesten ist ihr moderner, luxuriöser Look.

Ohne Gittermuster wirken fugenlose Bäder außerdem größer - ein besonderer Vorteil für alle Besitzer kleiner Badezimmer und Gäste-WCs.

Weiterer Pluspunkt: Fugenlose Bäder altern langsamer.

Denn selbst wenn wir noch so hinterher sind: Irgendwann verschmutzen alle Fugen, vor allem in der Dusche.

Schmutzwasser, farbige Duschgels oder Shampoos hinterlassen ihre Spuren - oft entsteht sogar Schimmel.

... und die Nachteile

Bei den Nachteilen am heftigsten ins Gewicht fällt der Preis für die fugenlose Badgestaltung.

Zwar sparen Sie auf den ersten Blick den Kauf der Fliesen und die entsprechenden Arbeitskosten - doch fugenlose Bäder brauchen Profis, die sich mit der korrekten Ausführung auskennen.

  • Damit die Materialien stimmen.
  • Später alles dicht ist.
  • Keine Risse entstehen.
  • Und auch Sie als Nutzer wissen, wie Ihr Bad lange schön bleibt. Stichwort: Putzen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Sie (anders als bei gefliesten Böden) fugenlose Böden nicht immer in der Dusche nutzen können.

Zwar gibt es mittlerweile Duschtassen in so vielen Farben, dass dies kaum auffällt, dennoch ist der Duschbereich nie komplett durchgängig.

Noch unsicher beim Boden in Ihrer Dusche? Der Vergleich "Duschwanne vs. Fliesen" - hier.


3. Alternativen für Fliesen im Bad - 5 Ideen

Idee 1: Fliesen "auf Stoß"

Bad mit großformatigen Fliesen

Spiegel: Ideal Standard "Mirror & Light"

Dass ein Bad ohne Fugen nicht automatisch ein Bad ohne Fliesen sein muss, zeigt unser erstes Beispiel:

Die Wandgestaltung, bei der die Fliesen "auf Stoß" (auch "auf Knirsch") gelegt sind. Hier sind zwischen den Fliesen keine Fugen, lediglich am Rand gibt es Dehnungsfugen aus Silikon.

So lassen sich die Vorteile der Fliese nutzen, ohne die Nachteile der Fuge in Kauf nehmen zu müssen:

  • Die Farbgestaltung "ohne Gitter" lässt Ihr Bad größer und ruhiger wirken
  • Die glatten Wände fühlen sich angenehm an
  • Die Fliesen nutzen nicht ab
  • Ohne Zwischenräume kann sich kein Schmutz ansammeln
  • Das Putzen geht schnell und einfach

Soweit die Vorteile.

Doch Fliesenwände ohne Fugen sind auch tricky.

Gerade bei uns, wo Außentemperaturen stark schwanken können, sind Fugen unabdingbar, um Spannungen im Untergrund auszugleichen und Risse in Fliesen zu vermeiden. In Deutschland sind daher Bodenfliesen ohne Fugen gar nicht gestattet.

Wandfliesen ohne Fugen sind machbar, sollten aber wohlüberlegt sein und in jedem Fall von einem Fachbetrieb verlegt werden.

Idee 2: Verputzte Wände

Hinter diesem Begriff verbergen sich Wandgestaltungen mit jeder Art von Putz.

Alle modernen Putzoberflächen gehen auf antike Kalkputze zurück, die in ihrer einfachsten Form aus Kalk, Sand und Wasser bestanden. Wie damals werden Putze feucht auf die Wand aufgetragen und erhärten dort zu einer festen Oberfläche.

Ihre Vorteile gegenüber gefliesten Wänden:

  • Farben und Strukturen machen tolle Effekte möglich
  • Die Wände fühlen sich sehr angenehm seidig an
  • Putze sind auf so gut wie jedem Untergrund möglich, auch auf alten Fliesenwänden

Und welcher Putz soll es nun genau sein? Das hängt von Ihrem Geschmack und Ihrem Budget ab. Und davon, wie stark die verputzten Wände Spritzwasser und Reinigungsmitteln ausgesetzt sind.

Grundsätzlich unterscheiden sich Putze in "mineralisch" und "Kunstharz":

1. Mineralische Putze

Enthalten Bindemitel mineralischen Ursprungs, wie Kalk, Gips oder Zement.  

Pluspunkt bei mineralischen Putzen ist, dass sie die Feuchte aus der Raumluft aufnehmen und abgeben, ohne selbst feucht zu werden. Allerdings sind sie nicht alle gleichermaßen gut für Nassbereiche geeignet.

2. Kunstharzputze

Heißen ebenfalls nach ihrem Bindemittel, dem Kunstharz. Sie sind wasserabweisend und eignen sich gut für wasserdichte, reinigungsfreundliche und strapazierfähige Oberflächen im Bad.

Ihr Nachteil: Sie trocknen schwerer und sind somit anfälliger sind für Algen- und Pilzbefall. Teilweise enthalten Kunstharzputze daher Wirkstoffe, die Pilzsporen und Algen abtöten.

Von beiden Putzen das Beste bieten Oberflächen, die sowohl mineralische als auch Kunstharz-Komponenten enthalten - hier hilft Ihnen ein Maler-Fachbetrieb gerne weiter.

Noch keine Idee, wo Sie Ihren Handwerker herbekommen? Wir zeigen es.

Idee 3: Holz

Badezimmer mit Holzakzenten

Badserie: Cosmic "The Grid"

Nicht ganz billig, aber super behaglich: Holz.

Authentisch, ehrlich und natürlich bildet es immer einen angenehmen Kontrast zu weißer Badkeramik und glänzenden Metallarmaturen.

Zwei weitere Vorteile gegenüber Fliesen: 

  • Wärme: Holz fühlt sich auch bei niedrigeren Temperaturen immer angenehm warm an - genial, um darauf barfuß zu laufen
  • Raumakustik: Holz dämmt den Schall, so dass das Bad nicht so stark hallt

Dennoch gilt: Holz arbeitet - und ist daher vor allem nicht für Bereiche geeignet, in denen viel Spritzwasser entsteht, wie etwa der Dusche.

Wer Holz mag, sollte sich daher gut beraten lassen, was im Einzelnen möglich und sinnvoll ist.

Erste Infos dazu lesen Sie auch in unserem Ratgeber "Holz im Badezimmer".

Idee 4: Dekorplatten

Dekorplatte fürs Bad

RenoDeco Foto: HSK

Unsere vierte Alternative zur Fliese im Bad ist einer der beliebtesten Badtrends überhaupt:

Die Dekorplatte.

Großflächige Platten aus Aluminium, Acryl, Steinzeug, Resopal oder Glas, die im Bad direkt auf die Wände geklebt werden. Und sogar alte Fliesenwände verschwinden lassen.

Vor allem bei Teilrenovierungen, wie dem Einbau einer neuen Dusche sind fugenlose Duschrückwände sehr beliebt.

Ihre Vorteile:

  • Die Montage geht schnell, einfach und kostengünstig
  • Die Wände sind glatt, fugenfrei und damit super pflegeleicht
  • Die Auswahl an Dekoren und Mustern ist gigantisch, je nach Hersteller können sie sogar eigene Fotos auf die Duschrückwand drucken lassen.

Mehr Infos und Beispiele? Hier geht's zur Webseite der Dekorplatten "Renodeco" von HSK

Idee 5: Tapeten

Mit Tapeten lassen sich spannende Effekte erzielen.

Das heißt, wer keinen Fugen-Look mag, von hässlichen Badfliesen ablenken oder sie sogar ganz überdecken möchte, liegt mit Tapeten im Badezimmer richtig.

Damit die Tapeten lange schön bleiben, sollten Sie allerdings auf Folgendes achten:

  • Nur abwaschbare Feuchtraumtapete verwenden
  • Nie direkt im Spritzbereich von Dusche, Waschtisch und Badewanne tapezieren
  • Und möglichst nicht dort, wo Kinder und Zahnpasta zusammenkommen

Bonus-Tipp für (werdende) Eltern: Lieber großzügiger fliesen - zwar sparen abwaschbare Tapeten Geld, verzeihen aber auch keine Schmutzhände, Fußspuren oder Zahnpasta.

Interessiert an Tapeten im Badezimmer? Unser Ratgeber - hier.


Bad ohne Fugen - darauf sollten Sie achten

Egal, ob Sie es schick finden, Kosten sparen möchten, Ihr Bad größer aussehen soll oder Sie einfach keine Lust auf Fugen-Schrubben haben - es gibt viele Gründe, sich bei Neubau oder Badmodernisierung für ein Bad ohne Fugen zu entscheiden.

Wichtig ist, sich vor dem Kauf gut zu informieren und sich beraten zu lassen zu Fragen, wie:

  • Welche Pflege braucht die Oberfläche?
  • Wie ist der Preis gegenüber gefliesten Flächen?
  • In welchen Badbereichen macht fugenlose Wandgestaltung wirklich Sinn?

Denn Fliesen kennen wir alle - fugenlose Bäder dagegen sind vielen fremd.

Wir wünschen viel Erfolg und viel Spaß beim Bad einrichten!


Hier geht's weiter:

Top Online-Shop Siegel