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Mineralguss im Bad:
Vorteile, Ideen & Kauftipps

Mineralguss.

So ziemlich jedem Badeinrichter kommt der Begriff irgendwann zu Ohren.

Denn Mineralguss und seine zahlreichen Varianten stecken in immer mehr modernen Badewannen, Waschbecken, Duschflächen.

Wenn bei Ihnen allein beim Begriff schon ein Fragezeichen überm Kopf erscheint, sollten Sie unbedingt weiterlesen.

Denn wir erklären, was Mineralguss tatsächlich ist und was genau Mineralguss-Badeinrichtung so besonders macht:

1. Was ist Mineralguss überhaupt?

Mineralguss, wie er für das Bad verwendet wird, ist ein Verbundwerkstoff aus mineralischen Stoffen (80%) und Epoxidharz (20%).

Die Kombination aus beiden macht Mineralguss extrem gut formbar und zugleich extrem stabil.

So sind solide, bruchsichere Badewannen und Waschbecken machbar, die deutlich leichter sind als ihre Pendants aus Keramik oder Stahlemail. 

Ein weiteres Plus von Mineralguss ist, dass sich mit den entsprechenden Maschinen alle erdenklichen Designs relativ einfach erstellen lassen.

Mineralguss-Fakten im Überblick:

  • Bei der Herstellung von Wannen und Waschbecken wird Mineralguss in Formen gegossen und härtet anschließend aus
  • Die Rohlinge werden nun von möglichen Unebenheiten befreit und poliert
  • Bei Mineralguss sind matte oder glänzende Oberflächen möglich
  • Optional wird zum Schluss der "Gelcoat" aufgetragen - ein Hartlack, der eine zusätzliche Schicht auf dem Mineralgussprodukt bildet
  • Mineralguss und Mineralwerkstoffe sind ähnlich, aber nicht identisch, Mineralguss wird gegossen, Mineralwerkstoff in Form gezogen oder mit Holzwerkzeugen bearbeitet

2. Welche Badeinrichtung gibt es (und welche noch nicht)?

In der Badausstattung wird Mineralguss für Badewannen, Duschwannen, Badmöbel und Waschbecken verwendet.

Bei den Mineralgusswaschbecken beliebt sind derzeit zwei Varianten:

1. Klassische Waschbecken zum Stellen, Aufhängen oder Einbauen - sehr beliebt sind Aufsatzwaschbecken zur Montage auf Waschtischplatte oder Waschtischunterschrank.

2. Waschtische, die direkt mit dem Unterschrank verbunden sind - diese Kombinationen zählen zu den Badmöbeln und sind zum Beispiel erhältlich von der Badmöbelmarke Sanipa.

Noch immer klassisch aus Badkeramik sind Toiletten, Urinale und Bidets.

3. Mineralguss ist nicht gleich Mineralguss

Die einen sagen so, die anderen so.

Je nachdem, welchen Hersteller oder welche Mixtur Sie vor sich haben, heißen Mineralguss (und Mineralwerkstoffe) immer anders:

  • Mineralguss - verwendet von den Marken Burgbad, Treos und Sanipa
  • Mineralwerkstoff - verwendet vom Schweizer Hersteller Laufen
  • Solique Mineralguss - aus Dolomit und Harz, Eigenmarke von Hoesch Design
  • VARICOR® - verwendet von Geberit oder Keuco, benannt nach dem Hersteller VARICOR®
  • Quaryl - aus gemahlenen Quarzkristallen und Acryl, Eigenmarke von Villeroy & Boch
  • DuraSolid® - Eigenmarke von Duravit
  • IDEAL SOLID™ - Eigenmarke von Ideal Standard
  • CristalPlant® - verwendet von Cosmic für seine Kompaktwaschplätze
  • Quarrycast® - aus gemahlenem Volcanic Limestone™ und Harz, Eigenmarke von victoria+albert
  • Marmite - verwendet von der Marke Riho

Zugegeben, wenn Sie sich später die Zähne putzen oder in der Badewanne liegen, ist Ihnen der Name der Mixtur wahrscheinlich egal.

Für Recherche und Kaufentscheidung ist die Kenntnis der verschiedenen Namen allerdings praktisch, da sich Waschbecken und Wannen so besser vergleichen lassen.

4. Mineralguss und seine Alternativen

Was macht Mineralguss fürs Bad interessant? Und was hat er anderen Materialien voraus?

Wir checken die Alternativen.

1. Keramik

Ein großer Nachteil klassischer Sanitärkeramik ist, dass sie immer eine gewisse Stärke braucht, um auch stabil zu sein.

Daher wirkten noch bis vor ein paar Jahren viele Keramikwaschbecken oft schwerfällig, während Mineralgusswaschtische leichter und moderner aussahen.

Hier haben Keramikwaschtische aufgeholt - auch dank neuer Keramikwerkstoffe wie TitanCeram von Villeroy & Boch oder SaphirKeramik von Laufen.

Wie Mineralguss sonst gegenüber Keramik bei Waschbecken abschneidet?

Unser Vergleich - hier.

2. Sanitäracryl

Das Duell der Badewannen und Duschwannen.

Das anders als bei der Keramik auch im Bereich der Preise stattfindet.

So sind einfache Duschwannen aus Sanitäracryl schon ab rund 100 Euro zu haben, während Mineralgussduschwannen im Einstiegssegment bereits das Doppelte kosten.

Da beides flüssige Materialien sind, die in Form gegossen werden, sind mit sowohl Sanitäracryl als auch mit Mineralguss schöne Designs möglich.

Mit einem kleinen Vorteil für Mineralguss: Denn dank seiner Eigenschaften hiermit lassen sich immer noch feinere und filigranere Details herausarbeiten, die mit dem Kunststoff Sanitäracryl nicht möglich wären.

3. Stahlemail

Auch hier punktet Mineralguss mit seiner hervorragenden Formbarkeit.

Im Gegensatz zu dem sehr stabilen Stahl-Email macht es macht Designs möglich, die mit Stahlemail einfach nicht denkbar wären.

Außerdem fühlt sich Mineralguss angenehm warm auf der Haut an, während Stahl-Email eher kühl wirkt.

Einen für Käufer nicht ganz unwichtigen Unterschied sehen wir noch beim Preis: So sind etwa freistehende Stahl-Email-Badewannen von Bette oder Kaldewei nicht unter 2.500 Euro zu haben.

Eine freistehende Mineralgusswanne, wie die 710 von Treos dagegen schon für 1.500 Euro.

Unser Fazit:

Die meisten kaufen sich Badeinrichtung aus Mineralguss, weil sie schön ist und zum Badalltag passt – und das sollte auch der einzige Grund für Sie sein, sich ein Mineralgusswaschbecken, eine Mineralgussbadewanne oder eine Mineralgussduschwanne zuzulegen.

Ansonsten können Sie bei den Materialien für Badewanne und Co. auch die Alternativen in Betracht ziehen. Denn im Grunde sind auch Keramik, Acryl oder Stahlemail niemals schlechter, sondern nur anders.

Schauen Sie sich in Ihrer Badplanungs-Phase genau um, was Ihnen gefällt. Gehen Sie in Badausstellungen, fassen Sie unterschiedliche Produkte an und entscheiden Sie dann, was Ihnen zusagt.


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